Beitrag im HeizungsJournal zum Thema IDS-Schnittstelle

Einsatz der IDS Schnittstelle in der SHK-/Haustechnik Branche

Der elektronische Datenverkehr gewinnt mehr an Bedeutung im technischen Handwerk. Insbesondere der Bereich der elektronischen Bestellabwicklung und Recherche bietet Potenzial für eine zeitsparende und beleglose Materialbeschaffung. Handwerksunternehmer profitieren von den neuen Möglichkeiten des elektronischen Datenverkehrs indem die eingesetzte kaufmännische Software über eine vollständige und durchgehende Abwicklung der Materialbeschaffung verfügt.

Der Großhandel profitiert durch eine schlanke kaufmännische Abwicklung an Effektivität, da der elektronische Datenaustausch von Geschäftsdaten zwischen der Handwerkersoftware und dem Portal des Großhandels vereinfacht wird. Die Datenübertragung zwischen Handwerkersoftware und Portal des Großhandels kann schnell und einfach erfolgen. Die Weiterverarbeitung der Daten erfolgt ohne eine zusätzliche Unterbrechung in der Administration, da die Daten nicht mehrere Male erfasst, bearbeitet oder gespeichert werden.

Die IDS Schnittstelle ist eine offene und standardisierte Definition und kann unterschiedliche Handwerkerprogramme mit den Portalen des Großhandels verbinden. Mit dem Einsatz der IDS-Schnittstelle, bieten sich für die Anwender aus der Haustechnikbranche neue Perspektiven einer einfachen und elektronischen Materialbeschaffung. Mit dieser Schnittstelle kann sich der Anwender direkt aus der Handwerkersoftware heraus in dem Online-Shop eines Herstellers oder Lieferanten anmelden. Dieser Webservice verbindet zwei verschiedene Systeme und führt sie zu einer integrierten Anwendung zusammen. Dies führt zu einer Verbesserung der Abläufe zwischen Handwerk und Großhandel.

Entwicklung der IDS Schnittstelle

Der BVBS (Bundesverband Bausoftware e.V.) hat im Jahre 2009 die Initiative zur Entwicklung einer offenen und branchenunabhängigen Schnittstelle ergriffen. Zusammen mit dem DGH (Deutscher Großhandelsverband e.V.) wurde die IDS-Schnittstelle entwickelt und für alle Marktteilnehmer bereitgestellt. Die ITEK wurde vom DGH beauftragt für dieses Projekt beratend zur Seite zu stehen. Dazu wurde eine Projektgruppe unter der Moderation der ITEK gebildet, welche im ersten Schritt die drei wesentlichen Funktionen der IDS-Schnittstelle entwickelte. Diese drei Funktionen umfassen die Bereiche einer speziellen Anfrage zu einem gewünschten Artikel direkt im Großhändlershop anfragen, einen in der Handwerkersoftware hinterlegten Warenkorb zum Großhändler hin übergeben, einen gespeicherten Warenkorb eines Großhändlershops in eine Handwerkersoftware zu übernehmen.

Für die Zukunft wird die Schnittstelle ständig weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionen erweitert.

Beispiel Workflow Handwerkersoftware MOS’aik

Aus einem MOS’aik-Dokument, wie z.B. einem Angebot, wird der IDS-Online-Shop des gewünschten Lieferanten in einem neuen Register innerhalb der MOS’aik-Software geöffnet. Die Anmeldung erfolgt dabei automatisch durch die in MOS’aik hinterlegten Zugangsdaten. Im Lieferanten-Shop stellt der Handwerker nun einen Warenkorb mit beliebigen Artikeln zusammen. Der gesamte Warenkorbinhalt kann im Anschluss in die Kalkulation des MOS’aik Vorgangs übernommen werden. Dabei wählt der Handwerker, ob die Artikel ausschließlich an seine Software gesendet oder zusätzlich im selben Schritt beim Lieferanten bestellt werden.

Bei der Artikelübertragung werden alle relevanten Kalkulations-informationen übernommen. Neben den aktuellen Texten der Artikel werden auch die Bestellnummern, die Listenpreise sowie die kundenindividuellen Einkaufspreise von MOS’aik berücksichtigt.

Durch die Voreinstellung von Kalkulationsfaktoren errechnet MOS’aik in der Zuschlagskalkulation unverzüglich die Verkaufspreise der online abgerufenen Artikel. So lassen sich in die Materialpreise eines Angebots ohne viel Aufwand schnell kalkulieren.

Direkte Artikelanfrage aus Handwerkersoftware an Großhändlershop

Über die Funktion „Artikel-Deep-Link“ erfolgt eine Anfrage aus der Handwerkssoftware zu einem Artikel an den Großhändlershop mittels einer Artikelnummer. Als Antwort erscheint eine Seite in der Software, die die gewünschten Artikeldaten bereitstellt.

Beispiel Workflow Handwerkersoftware MOS’aik

Nach der Artikelübernahme aus dem Online-Shop können erweiterte Lieferanten Informationen zum Artikel direkt aus MOS’aik heraus aufgerufen werden. Dafür markiert der Handwerker einen Artikel und wählt über den Schalter ‚Weitere Funktionen‘ die IDS Produktdetails für den gewünschten Artikel.

Nun wird wieder der Online-Shop des Händlers aufgerufen, auf dessen Seite eine detaillierte Artikelübersicht angezeigt wird. Hier werden je nach Lieferant diverse erweiterte Artikelinformationen angeboten. Im Fall von GC kann der Handwerker an dieser Stelle zum Beispiel Angaben zu den Artikelausmaßen, dem Gewicht, der Verpackungseinheit sowie der Verfügbarkeit einsehen. Zudem werden auch Artikelbilder sowie technische Zeichnungen angeboten.

Übergabe Warenkorb aus Handwerkersoftware an Großhändlershop

Die Funktion „Warenkorb Senden“ ermöglicht dem Handwerker einen in seiner Software erstellten Warenkorb mit Artikeln an den Großhandels-Shop zu übertragen um dort beispielsweise eine Bestellung weiter zu bearbeiten. Die doppelte Erfassung der Daten entfällt.

Beispiel Workflow Handwerkersoftware MOS’aik

Möchte der Nutzer die zuvor kalkulierten Artikel beim Lieferanten bestellen, so erzeugt er aus dem kalkulierten MOS’aik-Vorgang eine Bestellung, in der alle Artikel übernommen werden. Mit einem einfachen Klick auf die Funktion ‚IDS Bestellung online übermitteln‘ werden diese Artikel an den IDS Online-Shop des Lieferanten übergeben.

Im Online Shop werden die Artikel wieder in einem Warenkorb zusammengefasst welcher im Anschluss verbindlich bestellt werden kann. Bei der Bestellabwicklung wird eine Bestellbestätigung an das MOS’aik zurückübermittelt, die in einem gleichnamigen Vorgang abgespeichert wird.

Nutzen der IDS-Schnittstelle für den Anwender im Alltag

Für den Anwender bietet die IDS-Schnittstelle verschiedene Vorteile.

Die automatische Anmeldung über die im Betrieb eingesetzte Handwerkersoftware erfordert keinen zusätzlichen Zwischenschritt zum Anmeldevorgang beim Zugriff auf das Online-Portal.

Im Online-Shop können die gewünschten Artikel nach Recherche zusammengestellt und in das Handwerkerprogramm übergeben werden. Nach der Fertigstellung des Angebots in der Handwerkersoftware wird die Bestellung ausgelöst. Der Online-Shop sendet daraufhin eine automatische Bestellbestätigung.

Über die Funktion „Artikel-Deep-Link“ können gezielt Informationen zum Artikel direkt aus der Handwerkersoftware im Großhändlershop angefordert werden. Die detaillierten Artikelinformationen werden im Handwerkerprogramm angezeigt.

Eine weitere nützliche Funktion der IDS-Schnittstelle für die Anwender aus der Haustechnikbranche ist, dass Stammdaten während der Anbindung an das Portal aktualisiert werden können. Zum Beispiel werden dann während des Zugriffes auf das Portal Artikelstammdaten mit aktuellen Preisen versehen. Der Anwender kann den Umfang der Aktualisierung der Stammdaten eigenständig entscheiden und entsprechend in der Handwerkersoftware hinterlegen.

Vorteile der IDS-Schnittstelle für Handwerk, Handel und Kunden 

  • Eine offene und standardisierte Schnittstelle hat den Vorteil, dass allen Anwendern die Kommunikation zwischen Handwerkersoftware und Lieferanten-Online-Shop branchenunabhängig geöffnet wird.
  • Der Handwerker braucht keine Datanorm-Daten einzulesen, sondern greift direkt auf den Online-Katalog des Lieferanten oder Herstellers zu. Automatisch immer aktuelle Daten verfügbar.
  • Unternehmensübergreifender Datenaustausch zwischen Großhändler und Handwerker wird beschleunigt.
  • Die Vernetzung von Handwerkersoftware mit detaillierten Informationen in Lieferantenportalen.
  • Die Produkt- und Preissicherheit bei der Erstellung von Ausschreibungen.
  • Aktuelle Preise und Verfügbarkeiten bei nahezu allen Großhändlern zu jeder Zeit prüfbar.
  • Vollintegrierte Abwicklung von Bestellungen direkt unter einer Softwareoberfläche.
  • Vorgänge müssen nicht mehr doppelt erfasst werden, weder beim Handwerksunternehmen noch beim Großhändler.
  • Zusätzliche Erfassung von schriftlichen oder mündlichen Bestellungen beim Großhändler entfällt.
  • Reduzierung der fehleranfälligen und kostenintensiven Doppelerfassung.
  • Schnelleres Bearbeiten von Bestellungen ohne Unterbrechungen spart Zeit und Geld.

 

Weitere Informationen finden Sie auch auf moser.de in der Rubrik Schnittstellen IDS.
In der Ausgabe 11 des HeizungsJournal finden Sie einen umfangreichen Artikel über das Thema IDS-Schnittstelle, Lieferanten/Hersteller-Portal Anbindung sowie das Thema eBusiness. Wir zeigen anhand unserer kaufmännischen Software MOS’aik auf, wie die IDS-Schnittstelle im Handwerk in der Haustechnik-Branche bereits in der Praxis eingesetzt wird und werden kann.

Unser Kunde Leyendecker rundet den Artikel mit seinem Fazit zum Einsatz der IDS-Schnittstelle ab.

HeizungsJournal IDS-Schnittstelle

Quelle:
aus Fachzeitschrift HeizungsJournal, Ausgabe 11, November 2015,
Seiten 24 bis 27.