Es ist nicht alles „Cloud“, was glänzt

Cloud-Computing kommt auch bei kleinen Unternehmen mehr und mehr an – aus gutem Grund: Sie reduzieren ihre IT-Ausgaben beispielsweise dadurch, laut einer Untersuchung, um mindestens ein Fünftel. Diejenigen, die die Cloud nicht nutzen, konnten diese Ausgaben lediglich um 3 Prozent senken, so die Studie.

Dabei ist es nicht nur der Kostenaspekt, der zum Tragen kommt: Von der Akquisition über die Webseite, Auftragsannahme, Auftragsbearbeitung und Rechnungsstellung bis hin zu Nachbearbeitung und der mobilen Anbindung der Mitarbeiter – die Flexibilität der Online-Anbindung spielt hier ihre Stärken aus. Und wenn sie beispielsweise einmal die Vorzüge von mehr Mobilität durch die Cloud kennengelernt haben, möchten auch Handwerksbetriebe nicht mehr davon lassen: der Betrieb und die Monteure werden fixer, und der Kunde bekommt mehr Service. Chefs schreiben online schneller ihre Angebote oder ihre Rechnungen, egal ob mobil oder im Büro.

(c)MOSER GmbH & Co KG_Bild 2Allerdings kommen diese Vorteile nur bei einer „echten“ Cloud, einer authentischen Online-Software zum Tragen. Fakt ist zwar, dass Software aus der Cloud gerade für Existenzgründer und Kleinunternehmer eine Menge Vorteile bietet: Investitionskosten entfallen und nur monatliche Mietgebühren entstehen. Dennoch ist der Nutzer technisch auf dem neuesten Stand und kann seine Anwendung überall nutzen – in der Theorie. Denn in der Praxis treten bei manchen cloudbasierten Lösungen immer wieder Unwägbarkeiten auf, die zwar ein Unternehmen nicht gleich in den Ruin treiben, aber mindestens sehr, sehr ärgerlich sind. Es lohnt sich also einen Blick auf die Details zu werfen, weil Online–Software nicht gleich Online-Software ist, auch nicht für Kleinunternehmer:

·       Echte Cloudlösung – auch unter der Motorhaube
Wenn sie mit modernsten Entwicklungstools geschaffen wurde, dann lässt sich die Online-Software auch vollwertig in kleinen Betrieben nutzen. Das bedeutet: Es sind keine technisch komplizierten VPN-Verbindungen beispielsweise aufzubauen, sondern die Lösung funktioniert vom Start weg reibungslos einfach. In der Fachsprache ausgedrückt: Die Software-Architektur muss den Ansprüchen eines kleinen- beziehungsweise mittleren Unternehmen genügen und darf keine Konzernlösung sein, die lediglich ein wenig angepasst worden ist.

·       Funktionen, die passen
Die Computerwoche hat völlig Recht, wenn Sie Funktionsanhäufung nach dem Gießkannenprinzip für kleine Betriebe verurteilt. Gerade Existenzgründer und Kleinunternehmen haben weder Zeit noch personelle Ressourcen dafür, einen Moloch an Online-Software für ihre Bedürfnisse anzupassen. Hier gilt: weniger Komplexität ist mehr, die Lösungen müssen einfach zu bedienen, zusätzliche Anwender leicht hinzuzufügen sein.

·       Service übernimmt der Hersteller
Das Prinzip von „Anschalten und Losfahren“ muss bei einer Cloud-Software für Kleinunternehmen selbstverständlich auch für den laufenden Betrieb gelten. Datenschutz und Datensicherheit, Wartung und Updates oder das Einbinden von neuen gesetzlichen Regelungen: Das soll der Hersteller leisten können. Hier geht es nicht darum, dass der Anwender für nichts mehr Verantwortung übernimmt, aber diese muss im Verhältnis zum Softwareeinsatz stehen.

·       Beratung & Betreuung gehört dazu
Einen Softwarepartner an seiner Seite zu wissen, selbstverständlich mit entsprechender Erfahrung, ist das gewisse i-Tüpfelchen. Denn schließlich möchte man bei Bedarf auf eine Kundenhotline direkt vom Hersteller zurückgreifen können und nicht in einem unabhängigen Call-Center landen. Ein Partner auf Augenhöhe ist die bessere Wahl.

·       Branchenerfahrung vorhanden
Die meisten Kleinunternehmen sind deshalb so erfolgreich, weil sie echte Spezialisten auf ihrem Gebiet sind. Vom Techniker über den Architekten bis hin zum Handwerker – sie alle sind Branchenprofis. Deshalb sollte der Anwender immer testen, ob die von ihm präferierte Cloud-Software auch die passende Branchentiefe und der Anbieter die entsprechende Kompetenz hat.

Fazit: Cloud-Software kann für kleine Unternehmen und Existenzgründer in vielen Fällen die richtige Wahl sein. Es ist jedoch nicht alles „Cloud“ was glänzt. Und wenn die Online-Software dazu führt, dass sich der Chef damit noch mehr als mit fest installierter Software beschäftigen muss – dann läuft gehörig etwas schief.