Existenzgründung im Handwerk – Mit Meisterbrief

Im Handwerk zählt Fachwissen und Kreativität. Man möchte mit seinen Händen etwas schaffen, was einen langfristigen Wert hat. Der Wunsch eigene Ideen umzusetzen ist in vielen Fällen der Auslöser für den Traum einer Selbstständigkeit im Handwerk. Um den Schritt hin zum eigenen Unternehmen erfolgreich zu meistern, ist eine gründliche Vorbereitung und Planung Voraussetzung. Die Handwerkskammern im verantwortlichen Kammerbezirk bieten Gründern Beratung und Betreuung für den Sprung in die Selbstständigkeit an. Ein Anruf oder eine E-Mail ist schnell getan und ein Beratungsgespräch vereinbart. Wenn Sie sich bereits tiefgründige Gedanken zur Selbständigkeit gemacht haben, informieren Sie ihren Gesprächspartner und bringen Sie die Unterlagen zu ihrem Beratungsgespräch mit.

Einen klaren, transparenten Einstieg in das Thema Existenzgründung bietet die Seite Startcenter NRW der Handwerkskammer Aachen. Hier geht es direkt zur Webseite der Handwerkskammer Aachen.

Voraussetzung für Existenzgründung im zulassungspflichtigen Handwerk

Das Handwerk unterteilt sich in verschiedene Handwerksgruppen. Diesen liegen unterschiedliche Handwerksordnungen zugrunde. Hier unterteilt man in zulassungspflichtiges und zulassungsfreies Handwerk sowie dem handwerksähnlichen Gewerbe. Im Verlauf des Beitrags finden Sie eine Übersicht zum zulassungspflichtigen Handwerk.

Um einen Eintrag im zulassungspflichtigen Handwerk zu erreichen ist ein Befähigungsnachweis einer erfolgreich abgeschlossenen Meisterausbildung nachzuweisen. Der Meisterbrief befähigt zur Eintragung in die Handwerksordnung Anlage A. Die Eintragung in die Handwerksrolle nimmt die für Sie zuständige Handwerkskammer vor. Der Meisterbrief ist ein Qualitätsnachweis und steht für eine Wertigkeit im Handwerk. Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist Pflicht, unabhängig davon welche Rechtsform gewählt wurde. Für die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer werden auch Beiträge erhoben.

Detaillierte Informationen zum Beitrag finden Sie hier. Insbesondere auch über die Höhe und die Entwicklung der Mitgliedsbeiträge unmittelbar nach der Unternehmensgründung finden Sie in dem Artikel auf der Internetseite Existenzgründer Hinweise zu den Mitgliedsbeiträgen.

Vorteile Meisterbrief

Der Meisterbrief steht für Know-how in seinem Handwerk, kaufmännisches Wissen sowie soziale Kompetenz. Der Meisterbrief soll auf die Gründung eines Handwerkbetriebs vorbereiten und das notwendige Wissen vermitteln. Der Meisterbrief ist ein Qualitätssiegel und strahlt diese Wertigkeit auch nach außen aus. Der Meisterbrief ist die Visitenkarte für einen guten Handwerksbetrieb. Einen Meisterbrief kann man auch ohne den Wunsch einer Selbstständigkeit anstreben um sich in einen Betrieb weiter zu entwickeln und eine Führungsrolle einnehmen zu können. Zudem öffnet man sich mit dem Meisterbrief die Türen zu einem möglichen Studium.

Meistergründungsprämie in NRW

Zur Förderung von Existenzgründungen, Betriebsübernahmen oder mehrheitliche Beteiligungen im Handwerk unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister in ihrem Vorhaben. Beantragen kann man die Förderungen bei seiner zuständigen Handwerkskammer. Hier erhalten Sie auch die Antragsformulare. Am besten besprechen Sie die Möglichkeit der Förderungen direkt mit Ihrem Berater im Erstgespräch vor der Existenzgründung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Antrag vor der Gründung bei ihrer zuständigen Handwerkskammer eingereicht wird. Sie leitet den Antrag weiter.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten:
Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V..

Förderdatenbank des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Mischbetriebe im Handwerk

In der Praxis existieren Betriebe, die handwerkwerkliche und nichthandwerkliche Tätigkeit im Unternehmen ausüben. Diese Betriebe fasst man unter dem Begriff Mischbetriebe zusammen. Mischbetriebe sind beispielsweise Handwerksbetriebe, die ebenfalls ein Ladengeschäft (Handelsgeschäft haben). Praxisbeispiele sind: Bäckereien, Raumausstatter mit Ladenlokal/Handelsgeschäft oder KFZ-Betriebe mit Ladengeschäft. Hier kann eine Doppelmitgliedschaft bei der zuständigen Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer folgen. Eine Abgrenzung und Zuordnung ist mitunter sehr schwierig. Ziehen Sie einen Berater hinzu und lassen Sie sich beraten, ob bei Ihnen ein Mischbetrieb vorliegt und welche Folgen sich daraus für Sie ergeben.

Weitere Informationen auf Handwerksblatt Lexikon.
Weitere Informationen finden Sie bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.
Tiefgründiger Leitfaden zur Abgrenzung der Handwerkskammer Reutlingen.

Anlage A Handwerksordnung ( HwO): Zulassungspflichtiges Handwerk mit Meisterbrief:
1. Maurer- und Betonbauer
2. Ofen- und Lüftungsheizungsbauer
3. Zimmerer
4. Dachdecker
5. Straßenbauer
6. Wärme-, Kälte, Schallschutzisolierer
7. Brunnenbauer
8. Steinmetzen und Steinbildhauer
9. Stuckateure
10. Maler und Lackierer
11. Gerüstbauer
12. Schornsteinfeger
13. Metallbauer
14. Chirurgiemechaniker
15. Karosserie- und Fahrzeugbauer
16. Feinwerkmechaniker
17. Zweiradmechaniker
18. Kälteanlagenbauer
19. Informationstechniker
20. Kraftfahrzeugtechniker
21. Landmaschinenmechaniker
22. Büchsenmacher
23. Klempner
24. Installateur und Heizungsbauer
25. Elektrotechniker
26. Elektromaschinenbauer
27. Tischler
28. Boots- und Schiffbauer
29. Seiler
30. Bäcker
31. Konditoren
32. Fleischer
33. Augenoptiker
34. Hörgeräteakustiker
35. Orthopädietechniker
36. Orthopädieschuhmacher
37. Zahntechniker
38. Friseure
39. Glaser
40. Glasbläser und Glasapparatebauer
41. Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik

Links zur Übersicht Anlage A Handwerksordnung:

Link zum Existenzgründerportal

Handwerkskammer Düsseldorf

Informationen für Startups im Internet:
Das Internet bietet Gründern viele Informationen an. Informieren kann man sich unter anderem bei folgenden Quellen:

Portal Für Gründer, bietet zielgerichtete Informationen zum Thema Gründung.

Existenzgründungsportal des BMWi informiert über Handwerkskammer, Mitgliedsbeiträge sowie weiteren Themen rund um Startups im Handwerk.

Hilfreiche Informationen erhält man auch auf dem Portal der Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz zum Thema Unternehmensgründung. Die Informationen sind in verschiedenen Ratgebern, Leitfänden und Checklisten als PDF-Download verfügbar.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet auch Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen für Gründungen im Handwerk im Internet an.