Online-Marketing für Handwerksunternehmen: Ein Brancheneintrag reicht nicht mehr aus

Früher war die Welt übersichtlich: Wer einen Handwerker brauchte, schaute in die Gelben Seiten. Oder fragte im Bekanntenkreis, welches Unternehmen denn zu empfehlen sei. Heutzutage finden diese Prozesse in anderen Kanälen statt – und stellen die Betriebe des Handwerks vor Herausforderungen. Diese können sich durch professionelles Online-Marketing vom Wettbewerb abheben

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Wasserrohrbruch. Oder es ist im Winter bitterkalt und ihre Heizung fällt aus. In beiden Fällen benötigen Sie schnelle Hilfe. Was tun? Der Griff zum Smartphone liegt nahe: Schnell „Rohrbruch“ plus den Heimatort – sagen wir mal „Buxtehude“ –  eingetippt und schon werden die Betriebe aufgelistet, die aus der Patsche helfen können.

Die Suchmaschine spuckt dabei eine ganze Reihe von Anbietern aus. Je höher ein Unternehmen in den Suchresultaten aufgelistet ist, umso größer ist die Chance, von dem hilfesuchenden Kunden angerufen zu werden und letztlich auch einen Auftrag zu erhalten. Auf die weiter unten aufgeführten Suchergebnisse klickt die überwältigende Mehrheit der User nicht mehr – schon gar nicht auf die zweite Seite der Liste. Eine gute Positionierung kann hier also bares Geld wert sein. Nur wie schafft man das? Zunächst einmal ist eine ansprechende Unternehmenswebseite die Voraussetzung. Sie dient Ihre Visitenkarte und ist in dem meisten Fällen der erste Kontakt mit Ihrem Unternehmen.

Wettbewerbsvorteil Suchmaschinenoptimierung

Das Zauberwort heißt SEO und steht für „Search Engine Optimization“, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Dahinter steckt eigentlich ein ganz einfaches Prinzip: Wir machen beispielsweise Google deutlich, dass hier zu einem bestimmten Suchbegriff (Keyword) die besten Inhalte zu finden sind.

Diesem Suchbegriff oder einer Kombination aus mehreren Suchbegriffen kommt eine zentrale Bedeutung zu. In unserem vorliegenden Fall wäre dies „Rohrbruch Buxtehude“ und nicht Klempnerei Meier. Denn: Die Nutzer denken eher in Problmen (ich brauche eine Lösung für mein Problem) und suchen in erster Linie nicht nach einem ihnen schon bekannten SHK-Betrieb. Wichtig ist zudem die Kombination mit einem bestimmten Ort, denn die ausschließliche Suche nach dem Keyword „Rohrbruch“ ist nicht automatisch zielführend. Die Berücksichtigung des Ortes ist insbesondere im Handwerk von Bedeutung, da in den meisten Fällen der Tätigkeitsschwerpunkt auf eine Region bezieht.

Besagte Keyword-Kombination muss die Suchmaschine auf der Website finden. Damit wird signalisiert, dass hierzu relevante Inhalte zu finden sind. Hier gibt es viele Stellschrauben, die teilweise inhaltlicher, aber auch technischer Natur sind. So sollte beispielsweise die Darstellung der Website heute vor allem für mobile Endgeräte (Responsive Design) optimiert sein. Ebenfalls wichtig: Erscheinen auf der Internetpräsenz regelmäßig neue Texte? Wierd die Unternehmenswebseite regelmäßig gepflegt?

Nicht nur an einer Stellschraube drehen

Neue Texte könnten beispielsweise in einem eigenen Blog veröffentlicht werden, der in die Webpräsenz integriert ist. Unter SEO-Gesichtspunkten ist es relevant, wenn regelmäßig neue Inhalte auf der Seite veröffentlicht werden. Zudem bieten nutzwertige, redaktionelle Inhalte die Möglichkeit, gegenüber (potenziellen) Kunden die eigene Expertise als Unternehmen darzustellen. Darüber hinaus können die Inhalte für Social Media und/oder einen eigenen Newsletter genutzt werden.

Grundsätzlich ist es lohnenswert, sich hier von Experten beraten zu lassen. Das gilt auch für den Fall, dass bei Google Anzeigen geschaltet werden sollen. In unserem Beispiel mit Buxtehude mag es realisierbar erscheinen, mit optimierenden Maßnahmen auf die vorderen Plätze der Suchmaschinenergebnisse zu kommen. In einer Stadt wie Hamburg könnte dies schwieriger sein. Hier können Anzeigenbudgets für Google Sinn machen. Diese können auch geografisch auf den Umkreis des Unternehmenssitzes zugeschnitten werden.

Ähnlich können Sie auch mit Werbung in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook verfahren. Hier ist die Wirkung bzw. die Reichweite ohne monetären Einsatz inzwischen leider sehr begrenzt. Für das Thema neue Mitarbeiter gewinnen / Fachkräfte Marketing ist Social Media in den Zeiten des Fachkräftemangels aber unverzichtbar. Aber das ist nochmal ein Thema für sich.

Fest steht: Es lohnt sich auch bzw. gerade für Handwerksunternehmen, das Thema Online-Kommunikation anzufassen!